Charakter des Berners

Selbstsicher + Guter Wachhund + Braucht Bewegungsfreiheit + Guter Familienhund + Verträglich mit anderen Hunden + Idealer Haus und Hofhund

Hintergrund: 

Als zu Anfang dieses Jahrhunderts der "Dürrbächler" zum ersten Mal an einer Hundeausstellung gezeigt wurde, ahnte wohl niemand, dass dieser schlichte Bauernhund seinen Weg in alle Welt hinaus machen würde. Im Laufe der Zeit haben aber die schmucke Erscheinung und das freundliche Wesen Tausende von Hundefreunden für ihn eingenommen.

Was an diesem großen, langhaarigen Hund zuerst ins Auge springt, ist die klar abgegrenzte, symmetrische Zeichnung der drei leuchtenden Grundfarben. Der tiefschwarze Mantel wird umsäumt von rostroten Abzeichen und die weiße Blässe, die weiße Brust sowie die weißen Pfoten und Schwanzspitze putzen den Berner Sennenhund sonntäglich heraus.

Über das Alter und die Herkunft der Schweizer Sennenhunde Rassen sind viele Spekulationen angestellt worden. Vor allem die Theorie, wonach die europäischen Doggen - und insbesondere der Berner Sennenhund - auf die große tibetanische Dogge zurückzuführen seien, hat der modernen Forschung nicht standgehalten. Wir müssen uns damit zufrieden geben festzustellen, dass der Berner Sennenhund seit der Jahrhundertwende aus bernischen Bauernhunden herausgezüchtet wurde, deren Ursprung und Alter niemand mehr weiß. Vieles lässt vermuten, dass die Rasse sehr alt und wohl auch ganz auf dem hiesigen Boden gewachsen ist.

Im Gebiet von Schwarzenburg, das südlich von Bern gegen die Gantrischkette ansteigt, konnte sich der alteingesessene, dreifarbige Bauernhund mit all seinen Qualitäten erhalten. Die Bauern dieser Region schätzten ihn als guten Zughund; aber auch als Treib- und Wachhund. In dieser Landschaft liegt der Weiler Dürrbach, der dem "Dürrbächler" seinen Namen gab. Diese Bezeichnung ist vermutlich erst gegen Ende des letzten Jahrhunderts in der Stadt Bern und Umgebung entstanden.

 

Wesen und Haltung:

Der Berner Sennenhund braucht zwar Bewegungsfreiraum und Platz, ist aber trotzdem kein typischer Sportbegleiter, zum Beispiel im Bereich Agility oder ähnliches. Soll der Hund als Gebrauchshund gehalten werden, bietet er sich durch seinen Gehorsam, seine Stärke und auch Gelehrigkeit besonders für eine Ausbildung im Bereich des Zughundedienstes, als Rettungshund oder als Fährtensuchhund an. Ihr dichtes und unempfindliches Fell hält sie selbst bei tiefen Temperaturen im Winter warm und leistungsfähig. An einem heißen Sommertag verkriechen sie sich gerne und oft an ein kühles, schattiges Plätzchen. Der Berner Sennenhund ist ein selbstsicherer aber friedlicher und sehr gutmütiger Vertreter. Durch seine Wachsamkeit ist er ein guter Wachhund in Haus und Hof.

Er ist ein guter Familienhund, der sich trotz seines Bedürfnisses nach Platz und Bewegungsfreiheit eng an seine Familie bindet und sich über jede Streicheleinheit freut und durchaus oft anhänglich und verschmust sein kann. Seiner bisweilen auftretenden Dickköpfigkeit, die jedoch nie in irgendeiner Form boßhaft oder hinterhältig ist, sollte man mit Geduld, Liebe und konsequenter Erziehung begegnen. Der Berner Sennenhund sollte nicht in einem Hundezwinger gehalten werden, da er dann, wie eigentlich alle Hunde, an Reizarmut und eingeschränkter Bewegungsfreiheit verkümmern würde. Die Hunde sind zwar keine Sportskanonen, brauchen aber trotzdem tägliche Bewegung, vor allem wenn sie vorwiegend im Haus gehalten werden. Bei einer guten Sozialisierung der Tiere, die bereits als Welpe anfangen sollte, sind Sennenhunde absolut verträglich mit anderen Hunden oder sonstigen Haustieren.

Auch gegenüber fremden Hunden tendieren sie eher zu reserviertem und zurückhaltendem Verhalten. Sennenhunde weisen allerdings einen durchaus starken Schutzinstinkt auf, so dass sie bei Gefahr ihre Familie verteidigen würden. Um von vorneherein dem Problem zu begegnen, dass beim Spaziergang oder auch bei fremden Besuchern im Haus, Signale vom Hund missgedeutet werden und auch um Ärger beim Spaziergehen zum Beispiel mit Radfahrern zu vermeiden, die allein durch die Größe der Hunde entstehen können, sollte man dem Hund eine konsequente aber liebvolle Erziehung zu kommen lassen.   

 

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